Willkommen beim Predigt-Echo!

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Es wäre prima, wenn hier ein geschriebenes Predigtnachgespräch entsteht. Auf konkrete Nachfragen wird Pastor Kopelke von Zeit zu Zeit reagieren. Schauen Sie ruhig mal wieder vorbei.

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Pastor Kopelke

Donnerstag, 10-02-11 00:46

Liebe Ingrid,
über diese fehlende Demut habe ich nachgedacht und bin für Dich wohl der Erschütterung des Vaters durch seinen kranken Sohn nicht gerecht geworden. Diese Erschütterung ist wichtig - keine Frage, aber für mich war die überraschende Entdeckung viel wichtiger, dass der Vater nach dem zugesprochenen Wort von Jesus: "Gehe hin, dein Sohn lebt.", sofort seine Ungeduld abstreift und seinen Rückweg ganz in Ruhe angehen lässt. Damit wird er mir zum Glaubensvorbild. Denn er vertraut, ohne das Ergebnis schon zu sehen! Das fasziniert mich. Deswegen auch das (zu?) salopp vormulierte Thema der Predigt: "Vertrauen, aber flott" ...

Liebe Grüße
Johannes

P.S. Ob Du die einzige bleibst, die sich traut ein Predigtecho zu geben?

 

Ingrid

Mittwoch, 26-01-11 18:28

Lieber Johannes,

was ist das für eine großartige Geschichte, die Du uns am vergangenen Sonntag aus dem Johannes-Evangelium vorgelesen hast. Und zu der Du Deine Predigt ausgearbeitet hast. Ahnst Du, was jetzt kommt? Ich bin nicht zufrieden: Ich versetze mich in die Lage des Vaters. Hier und jetzt, ich stelle mir vor, eines meiner Kinder ist todkrank. Etwas Schlimmeres kann uns als Eltern ja gar nicht passieren, dass möglicherweise eines unserer Kinder vor uns stirbt. Und Jesus vollbringt dieses grandiose Wunder und bewahrt mein Kind und mich vor diesem Unheil. Oha, da laufen mir die Schauer nur so über den Rücken. Ich vermisse in Deiner Predigt Demut.

Liebe Grüße
Ingrid

 

Ingrid Frielinghaus

Samstag, 08-01-11 20:56

Lieber Johannes

Weihnachten 2010 ist nun schon wieder Geschichte, aber eigentlich feiern wir ja dauerhaft Weihnachten und darum fühle ich mich heute ermutigt, etwas verspätet auf Deine Predigt von Heilig Abend zu reagieren. Ich habe sie mir nicht nur einmal angehört, weil ich mich darüber gefreut habe, wie es Dir immer wieder gelingt, uns zu begeistern. Zumindest habe ich Dir leicht schmunzelnd und mit Freude zugehört. Eigentlich ist doch nichts dagegen einzuwenden, dass die Mehrzahl der Menschen Weihnachten aus den verschiedensten Gründen feiern. Tannenbaum, Familienfeier, festlicher Gänsebraten, Geschenke und was es sonst noch für weltliche Sitten und Gebräuche sind. Und dann evtl. sogar ein Gang in die Kirche, weil man das so tut und weil in der Kirche die Möglichkeit gegeben ist, vertraute Weihnachtslieder zu singen. Was für eine Chance für Dich und Deine Kollegen, über die wahre Bedeutung dieses Festes zu predigen. Dir ist es auch vorzüglich gelungen, uns mit Deinen ausgewählten Geschichten heranzuführen an die grenzenlose Liebe Gottes. Sooo sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn für uns gab. Sooo lieb hat Gott uns Menschen, und das völlig voraussetzungslos. Toll! Und als Geschenke dürfen wir ihm unsere Sorgen, Zweifel und Nöte ausbreiten. Das kann doch eigentlich niemanden kalt lassen. Also ich gebe zu, dass ich mich richtig wohl bei Deiner Predigt fühlte und trotzdem beschlich mich eine leichte Unzufriedenheit. Irgend etwas fehlte. Auf den ersten Blick war alles so einfach, die Freude über das kleine Kind in der Krippe..... Sooo lieb hat Gott uns... Warum eigentlich? Dass er sich nichts sehnlicher wünscht als unseren Glauben an ihn und dass der Glaube an ihn die Welt total verändern würde - ja, Johannes, dass Du Deinen Zuhörern den Mund so richtig wässrig machst, hätte ich mir gewünscht. Es lohnt sich, sich mit Deinen Predigten auseinanderzusetzen.
Ingrid

 

Pastor Kopelke

Sonntag, 12-12-10 21:42

Liebe Ingrid,
leider kann ich Dir erst jetzt antworten.
In der Predigt zum 1. Advent habe ich betont, wie wichtig es ist, den Nächsten zu lieben, auch wenn ich mich über ihn ärgere und sein Handeln ablehne. Du hast recht, das nur die eine Hälfte der Medallie. Gott erwartet von uns Christen auch, dass wir Unrecht nicht einfach annehmen, sondern auch dagegen angehen, wenn es in unseren Möglichkeiten steht, bzw. es von Gott her "dran" ist.
Vielleicht hilft das Gebet weiter, das Reinhold Niebuhr bekannt gemacht hat:

"Gott gebe mir die Gelassenheit,
die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
Weniger bekannt ist, dass das Gebet aber noch weiter geht:
"Dass ich einen Tag nach dem anderen lebe, den Augenblick genieße,
Schwierigkeiten als Pfad zum Frieden erkenne.
Dass ich so wie Jesus diese sündige Welt annehme, wie sie ist, und nicht, wie ich sie gern hätte.

Ich vertraue ihm, dass er alle Dinge zum Rechten wendet,
wenn ich mich ihm beuge;
dass er mich in diesem Leben glücklich macht
und meine Glückseligkeit im nächsten Leben vollkommen sein wird."

Liebe Ingrid, in der Andacht zum 3. Advent geht es auch darum, wie Gott Versuchungen durch den Teufel zulässt, damit wir eine Wahl haben und daran im Glauben reifen können.
Gott räumt uns eben nicht alle Schwierigkeiten aus dem Weg, sondern er wünscht sich, dass wir mit SEINER Hilfe den richtigen Weg wählen.
Johannes

 

Ingrid Frielinghaus

Dienstag, 07-12-10 12:28

Lieber Johannes,
mit Spannung habe ich Deiner Predigt vom vergangenen Sonntag zugehört und bin zunächst natürlich sehr erfreut darüber, dass wir Deine Predigten nun im Internet nachhören können.
So fühle ich mich als Zuhörerin, die im Moment nicht live beim Gottesdienst dabei sein kann, ermutigt, mich ins Predigt-Echo einzutragen und auf Deine Predigt zu reagieren. So ganz glücklich bin ich mit Deinen Ausführungen über Gerechtigkeit nicht: Es fällt mir schwer, die Ungerechtigkeit in der Welt stillschweigend hinzunehmen ohne z.B. wütend und verärgert über den gierigen Banker zu sein. Ohne z.B. verärgert über einen ungerechten Arbeitgeber oder Lehrer zu sein. Gewissenlosigkeit, Skrupellosigkeit, Verantwortungslosigkeit - dass Gott diese Eigenschaften zulässt, finde ich in höchstem Maße fragwürdig. Und es fällt mir ungemein schwer, an diesem Punkt tolerant zu sein. Mein Gottesbild erfährt an dieser Stelle leichte Schrammen. Belehre mich eines Besseren, lieber Johannes.
Ingrid